Schutzart IP
Was bedeuten IP20, IP44, IP65, IP67, IP68 und IP69?
Die IP-Schutzart ist einer der wichtigsten technischen Parameter bei der Auswahl von LED-Beleuchtung. Sie gibt an, in welchem Maß das Produkt gegen das Eindringen fester Körper, von Staub und Wasser geschützt ist. Das ist besonders wichtig bei der Auswahl von LED-Streifen, Leuchten, Netzteilen und anderen Komponenten einer Beleuchtungsanlage.
In der Praxis hilft der IP-Code, eine einfache Frage zu beantworten: Kann das jeweilige Produkt nur in einem trockenen Raum betrieben werden, oder eignet es sich auch für das Badezimmer, den Außenbereich, feuchte Umgebungen oder Orte mit Wasserkontakt?
In diesem Artikel erklären wir, was die am häufigsten vorkommenden IP-Schutzarten bedeuten, worin sich IP20 von IP44, IP65, IP67, IP68 und IP69 unterscheidet und wie sich die passende LED-Lösung für die jeweiligen Einsatzbedingungen auswählen lässt.
Daten
13. Mai 2026
Du liest in
10 Minuten
Thema
Schutzart IP
Was bedeutet die IP-Schutzart?
Der IP-Code stammt von der englischen Bezeichnung Ingress Protection, also dem Schutz vor dem Eindringen äußerer Einflüsse in das Gehäuse des Geräts.
Die IP-Kennzeichnung besteht in der Regel aus zwei Ziffern:
die erste Ziffer gibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub an,
die zweite Ziffer gibt den Schutz gegen Wasser an.
Beispiel: IP67. In diesem Fall:
6 steht für vollständige Staubdichtheit,
7 steht für Beständigkeit gegen kurzzeitiges Eintauchen in Wasser.
Je höher die Ziffern im IP-Code, desto höher ist das Schutzniveau. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Produkt mit hoher IP-Schutzart unter beliebigen Bedingungen eingesetzt werden kann. Immer sind das konkrete Arbeitsumfeld, die Montageart, die Dauer des Wasserkontakts, die Temperatur, der Druck sowie die Herstellerangaben zu berücksichtigen.
Warum ist die Schutzart IP bei der Auswahl eines LED-Streifens wichtig?
LED-Streifen können an sehr unterschiedlichen Orten montiert werden: in Möbeln, Decken, Badezimmern, Küchen, Fassaden, Gärten, Feuchträumen und sogar in der Nähe von Schwimmbädern. In jeder dieser Umgebungen ist das Produkt anderen Bedingungen ausgesetzt.
Ein LED-Streifen für trockene Innenräume muss nicht über einen hohen Wasserschutz verfügen. Wird der Streifen jedoch an einem Ort eingesetzt, der Feuchtigkeit, Spritzwasser oder Wasserkontakt ausgesetzt ist, sollte er über eine entsprechend gewählte IP-Schutzart verfügen.
Eine falsche Wahl der IP-Schutzart kann führen zu:
Verkürzung der Produktlebensdauer,
Beschädigung des LED-Streifens,
Problemen im Betrieb der Anlage,
Korrosionsrisiko an elektrischen Bauteilen,
Notwendigkeit eines früheren Serviceeinsatzes oder Austauschs der Beleuchtung.
Deshalb sollte man bei der Auswahl eines LED-Streifens nicht nur auf Leistung, Lichtfarbe und Lichtstrom achten, sondern auch auf die Bedingungen, unter denen das Produkt betrieben wird.

Wie liest man die IP-Kennzeichnung?
Am einfachsten merkt man sich das so:
IP + erste Ziffer + zweite Ziffer
Die erste Ziffer gibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub an. Die zweite Ziffer gibt den Schutz gegen Wasser an.
Beispiel:
IP20 - Schutz gegen Berührung mit dem Finger, kein Schutz gegen Wasser,
IP44 - Schutz gegen kleine feste Fremdkörper und Spritzwasser,
IP65 - vollständiger Staubschutz und Schutz gegen Wasserstrahl,
IP67 - vollständiger Staubschutz und Beständigkeit gegen kurzzeitiges Eintauchen,
IP68 - vollständiger Staubschutz und Beständigkeit gegen dauerhaftes Eintauchen gemäß Herstellerangabe,
IP69 / IP69K - sehr hohe Beständigkeit gegen heißes Wasser unter hohem Druck.
IP20 – für trockene Räume
Die Schutzart IP20 bietet einen grundlegenden Schutz gegen das Berühren gefährlicher Teile mit dem Finger sowie gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser von mehr als 12,5 mm.
Sie bietet jedoch keinen Schutz vor Wasser.
In der Praxis sind IP20-Produkte für trockene Bereiche vorgesehen, in denen keine Feuchtigkeit, kein Spritzwasser und keine hohe Staubkonzentration vorhanden sind.
Typische Einsatzbereiche für IP20:
Wohnräume,
Schlafzimmer,
Büros,
trockene Möbelkonstruktionen,
Schränke und technische Einbauten,
Innenräume ohne Risiko eines Kontakts mit Wasser.
Ein Beispiel ist eine klassische Büroleuchte, ein LED-Streifen, der in einem trockenen Möbelprofil montiert ist, oder ein Netzteil in einem Elektroschrank.
IP20 sollte nicht in Bereichen eingesetzt werden, in denen das Produkt mit Wasser, Wasserdampf oder hoher Luftfeuchtigkeit in Kontakt kommen kann.

IP44 – Schutz gegen Spritzwasser
Die Schutzart IP44 bedeutet Schutz vor festen Fremdkörpern größer als 1 mm sowie Widerstand gegen Spritzwasser aus allen Richtungen.
In der Praxis hält ein Gerät mit Schutzart IP44 leichten Regen, Spritzwasser oder Kontakt mit Spritzwasser stand. Es bedeutet jedoch nicht, dass es eingetaucht oder mit einem starken Wasserstrahl gereinigt werden darf.
Typische Einsatzbereiche für IP44:
Badezimmer außerhalb der direkten Wasserzone,
Garagen,
Hauswirtschaftsräume,
überdachte Außenbereiche,
Fassadenleuchten unter Überdachung,
Steckdosen und Installationszubehör in spritzwassergefährdeten Bereichen.
Merken Sie sich eine einfache Regel: IP44 schützt vor Spritzwasser, aber nicht vor dem Eintauchen oder intensiver Reinigung mit Wasser.
IP65 - staubdicht und geschützt gegen Wasserstrahlen
Die Schutzart IP65 bedeutet vollständige Staubdichtheit sowie Schutz gegen Wasserstrahlen.
Das ist eine beliebte Wahl für Produkte für den Außeneinsatz oder für Umgebungen, in denen Staub, Feuchtigkeit und Wasserkontakt auftreten können.
IP65-Produkte können unter anderem standhalten:
starken Regen,
Kontakt mit Wasserstrahl,
Staub,
Industriestaub,
schwierigere Montagebedingungen als in trockenen Innenräumen.
Typische Anwendungen für IP65:
Fassadenbeleuchtung,
LED-Streifen für den Außenbereich,
LED-Strahler,
Industriegehäuse,
Überwachungskameras,
Installationen in Bereichen, die Staub und Feuchtigkeit ausgesetzt sind.
Es ist jedoch zu beachten, dass IP65 keine Beständigkeit gegen Eintauchen bedeutet. Das Produkt kann gegen Wasserstrahlen beständig sein, sollte aber nicht unter Wasser betrieben werden.

IP67 - Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
Die Schutzart IP67 bedeutet vollständige Staubdichtheit sowie Beständigkeit gegen kurzzeitiges Untertauchen in Wasser.
In der Praxis kann ein Produkt mit IP67 ins Wasser fallen, bei Überflutung weiterarbeiten oder in sehr feuchter Umgebung betrieben werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass es für den dauerhaften Betrieb unter Wasser ausgelegt ist.
Typische Anwendungen für IP67:
industrielle Steckverbinder,
hermetische Anschlussdosen,
Outdoor-Geräte,
Bauteile, die kurzzeitigem Überfluten ausgesetzt sind,
Installationen an Orten mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit.
Der wichtigste Unterschied zwischen IP65 und IP67 besteht darin, dass IP65 vor Wasserstrahlen schützt, während IP67 kurzzeitiges Untertauchen berücksichtigt.
Wenn das Produkt nur Regen oder Wasser von außen ausgesetzt ist, kann IP65 ausreichend sein. Besteht das Risiko eines kurzzeitigen Untertauchens, sollte IP67 in Betracht gezogen werden.
IP68 - Beständigkeit gegen dauerhaftes Untertauchen
Die Schutzart IP68 bedeutet vollständige Staubdichtheit sowie Beständigkeit gegen dauerhaftes Untertauchen im Wasser.
Dies ist eine sehr wichtige Schutzklasse bei Produkten, die an Orten eingesetzt werden sollen, die ständig dem Kontakt mit Wasser oder nassen Umgebungen ausgesetzt sind.
Es ist jedoch zu beachten, dass IP68 nicht immer exakt dieselben Betriebsbedingungen für jedes Produkt bedeutet. Die Norm gibt keinen einheitlichen Wert für Tiefe und Dauer des Untertauchens für alle Geräte vor. Die genauen Bedingungen, wie Tiefe, Zeit und Art des Betriebs unter Wasser, werden vom Hersteller festgelegt.
Zum Beispiel kann IP68 Beständigkeit bedeuten gegen:
Untertauchen für einen definierten Zeitraum,
Betrieb in einer definierten Tiefe,
dauerhaften Kontakt mit Wasser gemäß Herstellerangabe,
eine spezielle Umgebung, sofern das Produkt dafür ausgelegt wurde.
Im Bergmen-Angebot ist ein Beispiel für ein LED-Band mit Schutzart IP68 das LED-Band Pool, ausgelegt für den Einsatz in Poolumgebungen. Der Hersteller erklärt die Beständigkeit des Bandschutzes gegenüber chemischen Verbindungen, die typischerweise im Poolwasser vorkommen.

IP69 und IP69K – höchste Beständigkeit gegen Wasser unter Druck
Die Schutzart IP69 oder IP69K bedeutet einen sehr hohen Schutz gegen Wasser unter hohem Druck, oft auch bei erhöhter Temperatur.
Diese Schutzart wird vor allem in industriellen Umgebungen eingesetzt, in denen Geräte regelmäßig mit Druckwasser gereinigt werden oder unter sehr anspruchsvollen Bedingungen arbeiten.
Typische Anwendungen für IP69 / IP69K:
Lebensmittelindustrie,
Produktionsanlagen,
druckgereinigte Bereiche,
Geräte, die heißem Wasser ausgesetzt sind,
Fahrzeuge und Spezialanlagen,
Industriegehäuse.
In der Praxis ist IP69 / IP69K keine Standardwahl für die meisten LED-Beleuchtungsanlagen in Gebäuden. Diese Lösung ist für besonders anspruchsvolle Umgebungen gedacht, in denen die Leuchte intensiver Reinigung, hohem Wasserdruck, Feuchtigkeit und schwierigen Betriebsbedingungen standhalten muss.
IP65, IP67 oder IP68 – welche Schutzart für LED-Streifen wählen?
Die Wahl der geeigneten IP-Schutzart hängt in erster Linie vom Montageort und von der Art des Wasserkontakts ab.
Für trockene Innenräume, Möbelaufbauten und Innenprofile reicht in der Regel ein Produkt mit niedrigerer Schutzart, zum Beispiel IP20.
Für Bereiche, die Feuchtigkeit, Regen oder Staub ausgesetzt sind, lohnt sich die Wahl von IP65.
Wenn das Produkt kurzzeitig überflutet oder untergetaucht werden kann, ist IP67 die bessere Wahl.
Wenn das LED-Band in einer Umgebung mit ständigem oder langfristigem Wasserkontakt eingesetzt wird, sollte ein Produkt mit der Schutzart IP68 gewählt werden, gemäß den vom Hersteller festgelegten Bedingungen.
Bei Poolanwendungen ist nicht nur IP68 wichtig, sondern auch die Beständigkeit des Abdeckmaterials gegenüber den in Poolwasser vorkommenden Chemikalien. Deshalb empfiehlt es sich für solche Projekte, Produkte zu wählen, die speziell für diese Art von Umgebung entwickelt wurden.

Die häufigsten Fehler bei der Auswahl der IP-Schutzart
Die Auswahl der IP-Schutzart scheint einfach, doch in der Praxis entstehen viele Probleme durch die falsche Interpretation der Kennzeichnungen.
Die häufigsten Fehler sind:
der Einsatz von IP20-Produkten in Bereichen mit Feuchtigkeitsbelastung,
die Annahme, dass IP44 einen Schutz gegen einen starken Wasserstrahl bietet,
die Annahme, dass IP65 ein Eintauchen des Produkts erlaubt,
die Einstufung von IP67 als Schutzart für den dauerhaften Betrieb unter Wasser,
die Auswahl von IP68, ohne die vom Hersteller angegebenen Bedingungen zu prüfen,
das Ignorieren der Beständigkeit des Materials gegenüber Chemikalien, Temperatur oder UV-Strahlung,
fehlender Schutz von Verbindungen, Enden und Schnittstellen.
Gerade bei LED-Streifen ist zu beachten, dass die Produktabdeckung allein nicht alles ist. Ebenso wichtig sind Verbindungen, Leitungen, das Netzteil, die Montageart sowie der Schutz der Enden.
Ist eine hohe IP-Schutzart immer die bessere Wahl?
Nicht immer.
Eine höhere Schutzart bedeutet eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen, aber nicht jedes Projekt erfordert die maximale Dichtheit. In einem trockenen Innenbereich kann ein Produkt mit IP20 völlig ausreichend sein. In einer feuchten, Außen- oder Nassumgebung kann hingegen eine niedrigere IP-Schutzart unzureichend sein.
Die beste Wahl ist nicht immer die höchste IP, sondern eine IP-Schutzart, die an die realen Betriebsbedingungen des Produkts angepasst ist.
Es lohnt sich, sich einige Fragen zu stellen:
Wird das Produkt im Innen- oder Außenbereich eingesetzt?
Wird es Staub oder Schmutz ausgesetzt sein?
Wird es mit Wasser in Kontakt kommen?
Handelt es sich um Spritzwasser, einen Wasserstrahl oder ein Eintauchen?
Wird das Wasser chemische Zusätze enthalten?
Wird die Installation eine Reinigung oder Wartung erfordern?
Haben das Netzteil und die Verbindungen den geeigneten Schutzgrad?
Erst nach einer solchen Analyse lässt sich die passende IP-Schutzart richtig auswählen.

Häufig gestellte Fragen zum IP-Schutzgrad
Was bedeutet IP20?
IP20 bedeutet Schutz gegen Berührung mit dem Finger und keinen Schutz gegen Wasser. Produkte mit dieser Schutzart sind für trockene Räume vorgesehen.
Reicht IP44 für das Badezimmer aus?
IP44 kann in Bereichen mit Spritzwasser ausreichen, jedoch nicht für Zonen mit direktem Wasserkontakt. Im Badezimmer müssen immer die konkrete Montagezone und die Herstellerempfehlungen berücksichtigt werden.
Ist IP65 wasserdicht?
IP65 bedeutet Schutz gegen Wasserstrahlen, jedoch keine Beständigkeit gegen Untertauchen. Ein Produkt mit IP65 kann Regen oder den Kontakt mit Wasserstrahlen aushalten, sollte jedoch nicht unter Wasser betrieben werden.
Worin unterscheidet sich IP67 von IP68?
IP67 bedeutet Beständigkeit gegen kurzzeitiges Eintauchen. IP68 bedeutet Beständigkeit gegen dauerhaftes Eintauchen gemäß den vom Hersteller festgelegten Bedingungen.
Ist die Schutzart IP68 immer für den Einsatz im Pool geeignet?
Nicht immer. IP68 informiert über die Beständigkeit gegen langfristiges Untertauchen, aber bei Pool-Anwendungen ist auch die Beständigkeit gegenüber den im Wasser enthaltenen Chemikalien wichtig. Für solche Anwendungen empfiehlt es sich, Produkte zu wählen, die speziell für die Pool-Umgebung entwickelt wurden, wie das LED-Band Pool.
Muss das Netzteil auch die passende IP-Schutzart haben?
Ja. Die Schutzart der gesamten Installation hängt nicht nur vom LED-Streifen ab, sondern auch vom Netzteil, den Leitungen, den Verbindungen und dem Schutz der Schnittstellen. Selbst der beste Streifen gewährleistet keinen ordnungsgemäßen Betrieb, wenn die übrigen Komponenten der Installation nicht an die Umgebungsbedingungen angepasst sind.
Zusammenfassung
Der IP-Schutzgrad ist einer der wichtigsten Parameter bei der Auswahl von LED-Beleuchtung. Er gibt an, in welchem Maß das Produkt gegen Staub, feste Fremdkörper und Wasser geschützt ist.
Für trockene Räume kann IP20 ausreichen. Für Bereiche mit Spritzwasserbelastung sollte IP44 in Betracht gezogen werden. Für den Einsatz im Außenbereich und in staubigen Umgebungen eignet sich IP65 gut. Wenn das Produkt kurzzeitig untergetaucht werden kann, ist IP67 die passende Wahl. Für den dauerhaften Wasserkontakt sollte eine IP68-Lösung gewählt werden, entsprechend den vom Hersteller deklarierten Bedingungen.
Bei LED-Streifen ist es entscheidend, den Schutzgrad an den tatsächlichen Einsatzort anzupassen. Ein in einem trockenen Möbelprofil montierter Streifen stellt andere Anforderungen als ein Produkt für den Einsatz in einer Schwimmbadumgebung.
Wenn das Projekt einen LED-Streifen mit hoher Wasserbeständigkeit erfordert, lohnt sich ein Blick auf den LED-Streifen Pool IP68, der für den Einsatz unter anspruchsvollen Bedingungen im Schwimmbadumfeld entwickelt wurde.
Autor

Tomasz Jałocha
Markenmanager
Verantwortlich für die Entwicklung und Konsistenz des Markenimages. Im Alltag sorgt sie dafür, dass die Werte von Bergmen in jedem Aspekt der Kommunikation sichtbar sind - von der Marketingstrategie über Expertendokumente bis hin zu Kundenerfahrungen.
Inhaltsverzeichnis:



